Konzerte 2019

Noël - Navidad - Christmas - Weihnachten

Ein Konzert zum Geniessen, Mitsingen und Mitsummen mit der Kantorei Solothurn und dem Kirchenchor Flumenthal-Hubersdorf

Seit dem Jahr 336 ist Weihnachten als kirchlicher Feiertag in den Kalendern. Nach und nach wurde Weihnachten neben Ostern und Pfingsten zum Hauptfest des christlichen Kirchenjahres. Das Fest der Geburt Christi wird ganz unterschiedlich gefeiert; in Ägypten schon im 3. Jahrhundert. So wurde von Martin Luther die Weihnachtsbescherung als Alternative zur Sitte des Gabengebens am Nikolaustag ins Leben gerufen. Er wollte damit das Interesse der Kinder auf des Fest der Geburt Christi lenken. In Spanien werden Geschenke am 6. Januar von den drei Königen gebracht. Viele alte und neue Bräuche prägen unser Bild davon, was ‚richtige‘ Weihnacht sei. Krippenspiele zum Beispiel kennt man seit dem 11. Jahrhundert, den Adventskranz seit 1839. Bei uns scheint zur Zeit der Weihnachtsmann das Christkind und St. Nikolaus abzulösen.

Ähnlich vielfältig ist es mit den Weihnachtsliedern und der Weihnachtsmusik. Volkslieder und grosse Kompositionen begegnen sich in der Advents- und Weihnachtszeit mitten auf der Strasse, alte und neue Musik genauso wie Musik aus unterschiedlichen Kulturen. Als Fest der Liebe gepriesen, fordert und strapaziert Weihnachten unseren Hörsinn und unseren musikalischen Geschmack aufs Äusserste. Eine ideale Situation um Liebe zum Nächsten zu üben und herauszufinden warum die Herzen der Menschen so unterschiedlich auf Musik reagieren.

In der diesjährigen Advents- und Weihnachtsmusik spielt die Kantorei zusammen mit den Sängerinnen und Sängern des Kirchenchores Flumenthal-Hubersdorf mit dieser Vielfalt. Einen roten Faden bilden 11 neue Kompositionen unseres Organisten Urs Aeberhard über alte französische Weihnachtslieder, welche schon von Marc-Antoine Charpentier (1643 bis 1704) für die berühmte Messe de Minuit verarbeitet wurden. Die einfachen und fröhlichen Texte der vielstrophigen Gassenhauer waren damals in den Köpfen der Zuhörenden. Bestimmt war da ein Getuschel und Gekicher in der Kirche, sobald jemand ein Lied in den ehrwürdigen Messeteilen erkannte.

Heute sind von den unzähligen Volksweisen etwa noch «Les Anges dans nos campagnes» oder «ll est né le divin enfant» bekannt. Die übrigen Melodien haben, von den Texten losgelöst, in zahllosen «Variations sur un Noël» der französischen Orgelkomponisten überlebt. Da ist in den Improvisationen von Urs Aeberhard in den Zwischenspielen einiges angeklungen. Viele weitere weihnächtliche Melodien versetzten bei den Zuhörenden, Mitsingenden und Mitsummenden ganz unterschiedliche Saiten in Schwingung.